Raum halten

Der Begriff " Raum halten" bezieht sich nicht auf eine Örtlichkeit, sondern ist eine besondere Form der Prozessbegleitung.

In diesem Prozess/Workshop/Seminar befinden sich Menschen, die sich aufgrund der Situation oder inneren Vorgänge verletzlich fühlen (können) und dazu auch die Erlaubnis haben. Andererseits geben sie die Erlaubnis, dass der/die Haltende die Verantwortung für das Sicherheitsgefühl der Anwesenden (mit)übernimmt. Dieses Vertrauen und die Erlaubnis für die Verantwortungsübernahme kann jederzeit durch die Teilnehmenden zurückgenommen werden.

 

Zu dieser Prozessbegleitung gehört: 

Die Zeit zu geben, die die Menschen mit ihren Prozessen brauchen oder sanft den Zeitrahmen zu abzustecken.

Die (oft bedingungslose) Unterstützung, bei der die eigene innere Präsenz unabdingbar ist.

Die Menschen nicht zu beschämen, indem man erwartet, dass sie mehr wüssten oder sie zu überfordern und zu viele Informationen geben.

Das Aufnehmen dessen, was das Gros der Teilnehmenden braucht und dafür zu sorgen.

Eine bewusste, inkludierende Kommunikation.

Emotionen möglich sein zu lassen und dabei Zeuge zu sein für das, was geschieht und nicht unbedingt (re)agieren zu müssen, aber eine Antwort geben zu können.

 

Was bringt der/die Haltende mit:

Präsenz

Mitgefühl

Intuition

Aufmerksamkeit

einen unfokussierten (Allround-)Blick

Fähigkeit in Resonanz gehen zu können 

fachliche Kompetenz 

kennt die eigenen Grenzen und folgt ihnen

 

Zusammenfassend:

 

Der Haltende übernimmt also die Verantwortung für das Sicherheitsgefühl der Anwesenden, die ihrerseits durch ihr Vertrauen die Erlaubnis dazu geben.

 


Selbstfürsorge

Mich und meinen Körper wertzuschätzen und mich selbst zu berühren vermindert die Bedürftigkeit nach der Berührung durch andere und verankert mich mehr bei mir.

Wenn ich selbst gut versorgt bin, kann ich besser für andere da sein.

 

(sich) Fühlen braucht Zeit! Nimm sie Dir.


Einsteiger in Sex

Frage: Es gibt einen Mann, den ich kenne, mit dem ich mir gut vorstellen könnte, Sex zu haben. Da wir uns in einem ganz normalen Umfeld kennen, weiß ich nicht, wie ich ihm das sagen kann.

Lea: Eine bewährte Methode ist, ihm zu sagen, dass Du von ihm oder allgemein von Sex geträumt hast. Meist kommt dann die Frage: Was denn? Und dann kannst Du  von erotischen Spielereien bis tollem Sex alles erfinden, was Dir so gefallen würde. Sehr viel leichter kommt es dann - mit etwas Geduld auch dazu.

 

Frage: Ich habe mich für Sex mit jemand Neues verabredet, habe keine Erfahrung mit der Situation. Wie können wir einen Anfang finden, wo wir uns so gar nicht kennen?

Lea: Eine Möglichkeit ist, gemeinsam unter die Dusche zu gehen, dann kannst du gleich dem/der anderen nah kommen und sicher sein, dass an den für dich wichtigen Stellen

alles gut gewaschen ist  :-)

Eine andere Möglichkeit ist, dir den Rücken eincremen zu lassen.

Oder du fragst nach einer (Rücken- , Hand- oder Fuß-) Massage. Bestens bewährt, um sich in kurzer Zeit sehr nah zu kommen.

Frage: Ich habe morgens oft Lust auf Sex mit meiner Freundin, aber sie hat keine Lust. Abgesehen von der Lösung, mich selbst zu befriedigen - ist der gemeinsame Sex irgendwie möglich?

Lea: Der Trick ist, Dein Projekt zu ihrem Projekt zu machen. Das kann zum Beispiel möglich sein über eine unverfängliche körperliche Annäherung. Viele Frauen mögen es nicht, direkt an ihren Genitalien berührt zu werden oder mit sehnsüchtigen Küssen darauf aufmerksam gemacht zu werden, was Mann eigentlich will. 

Eine Möglichkeit kann sein, sie durch körperliche Berührung, z.B. durch vorsichtiges Schieben und Drücken ihres ganzen Körpers, ihre Körpersäfte ins Fließen zu bringen. Und ganz schlau ist auch, immer darauf zu warten, bis ihre Lust geweckt ist und SIE anfängt Dir das zu zeigen.


Mundgeruch beim Gegenüber

Ich kenne das so gut und es ist mir neulich so gegangen, mit jemandem Neues, dem ich nah kam.

Ich mache oft die Erfahrung, dass die Menschen dankbar sind, wenn sie darauf hingewiesen werden, vermutlich bist Du ja nicht die einzige, der es auffällt und die nicht weiss, wie sie es sagen soll. Es kann gesundheitliche Ursachen haben, die unbedingt abgeklärt werden sollten, Zähne, Zungengrund bakteriell belagert, Magenprobleme. 

Oft erscheint der Mundgeruch, wenn die Speise aus dem Magen weitergeleitet wird und er leer ist. Dann hilft es, dem Betroffenen ein klein wenig zu essen zu geben (Stück Weissbrot oder Walnuss, nichts zuckerhaltiges) Oder es kann auf eine Milchzuckerunverträglichkeit hinweisen.

 

Ich halte folgenden Ansatz für sehr hilfreich:

Es gibt da ein Problem, dass ich gern gemeinsam mit Dir lösen möchte = Wir beide hier, dort das Problem oder Thema.

 

Kontraproduktiv sind Angriff oder Abwehr oder Leiden (ich leide so darunter)

oder sagen, dass es schon so lange ist.

 

Die Frage stellen: stellst Du manchmal bei mir fest, dass ich Mundgeruch habe? Ich merke das manchmal bei anderen Menschen (dass es schlimm ist, weg lassen) - in der Hoffnung, dass das Gegenüber auf die Idee kommt, die umgekehrte Frage zu stellen. Vielleicht stellt er es bei Dir ja auch manchmal fest?

 

Und dann einfach einen Code oder ein Ritual entwickeln, z.B. dem anderen ein Stück Brot hinhalten oder sagen: kannst Du bitte eine Kleinigkeit essen?

 

So kommen nach meiner Erfahrung beide gut damit klar.


Frage eines Sexcoach danach, wie andere Coaches bei ihren eigenen Beziehungen NICHT in die Coach-Rolle gehen:

(in meiner Antwort sind die geschlechtsspezifischen Worte für alle sexuellen Zuordnungen gemeint.)
Es bleibt nicht aus, den Liebespartner zu lenken oder Techniken beizubringen. Das finde ich "coachunabhängig" (würde ich auch tun, wenn ich keine Sexberaterin wäre).  
Ihn zu fragen, ob er bei sich ist, finde ich bei heterozentrierten Menschen notwendig (Menschen die andere verwöhnen wollen und sich selbst nicht genießen und nichts nehmen wollen oder können). 
Vereinfacht wird die Sache, wenn ich mir selbst erlaube, mich mit Hilfe des Partners weiterzuentwickeln und mir dafür Raum nehme. Das bedarf manchmal einiger Erklärungen (die auch dem Partner zugute kommen).
Sich selbst das zu nehmen, was man braucht/sich wünscht; sich selbst zu genießen und dem Partner die Verantwortung für sich selbst zuzugestehen und sie ihm nicht abzunehmen ist meines Erachtens eine gute Richtung. Das funktioniert nur, wenn ich selbst grundsätzlich weiß, was ich brauche; dann noch in dem Moment meine Bedürfnisse wahrnehme und umsetze, ohne den Partner zu frustrieren (ja, es ist oft sehr anspruchsvoll, den anderen nicht zu frustrieren).
Wenn Du im Moment oft in die Helferrolle gehst, kann es sein, dass es eine Phase ist, die auch wieder abebben kann?

Thema Mitmachen und intime Beziehung aufbauen als Workshopleiter.
Dazu ist meine Antwort kurz:
Eine intime Beziehung zu einer Teilnehmerin oder einem Teilnehmer während eines Workshops oder einer Therapie aufzubauen ist unprofessionell, unethisch und geht in meinen Augen nicht! Zu oft sind Misbrauchsthemen im Hintergrund oder Unbewussten und es findet eine Re-Traumatisierung statt.
Übungen mitmachen.. nun ja, in begrenztem Rahmen. 
Die Grenze wäre da überschritten, wo dem/r WSLeiter/in die Erregung die Stimme raubt.
Viel Klarheit wünscht Lea